Richtig atmen: So erreichst du ein ruhiges und effizientes Schwimmtempo

Richtig atmen: So erreichst du ein ruhiges und effizientes Schwimmtempo

Schwimmen bedeutet nicht nur kräftige Arme und Beine – auch die richtige Atmung spielt eine entscheidende Rolle. Viele Schwimmerinnen und Schwimmer, ob Anfänger oder Fortgeschrittene, verlieren ihren Rhythmus, geraten außer Atem oder verspannen sich, weil sie nicht effizient atmen. Die gute Nachricht: Richtiges Atmen kann man lernen und trainieren. Sobald du die Technik beherrschst, wirst du ein ruhigeres, gleichmäßigeres und effizienteres Schwimmtempo erreichen.
Hier erfährst du, wie du im Wasser richtig atmest – egal, ob du Kraul, Brust oder Rückenkraul schwimmst.
Warum die Atmung so wichtig ist
Beim Schwimmen arbeitet dein Körper gegen den Widerstand des Wassers, und deine Muskeln benötigen ausreichend Sauerstoff, um optimal zu funktionieren. Wenn du den Atem zu lange anhältst oder unregelmäßig atmest, sammelt sich Kohlendioxid im Körper, und du wirst schnell müde.
Eine gleichmäßige, rhythmische Atmung hilft dir, ruhig zu bleiben, die Technik stabil zu halten und Panik zu vermeiden – besonders bei längeren Distanzen. Sie ist also nicht nur ein technisches Detail, sondern der Schlüssel zu einem entspannten und effizienten Schwimmstil.
Ausatmen unter Wasser
Ein häufiger Fehler ist, den Atem unter Wasser anzuhalten und dann beim Auftauchen gleichzeitig aus- und einzuatmen. Das führt zu Stress und stört den Bewegungsfluss.
Stattdessen solltest du unter Wasser ausatmen – gleichmäßig und kontrolliert, durch Nase, Mund oder beides. Wenn du dann den Kopf drehst, um Luft zu holen, brauchst du nur eine kurze, natürliche Einatmung, bevor du das Gesicht wieder ins Wasser senkst.
Ein guter Übungstipp: Stehe im Becken, tauche den Kopf unter Wasser, atme langsam aus und tauche dann zum Einatmen wieder auf. Wiederhole das, bis sich der Rhythmus natürlich anfühlt.
Finde deinen Rhythmus im Kraulschwimmen
Beim Kraulen ist die Atmung Teil der Armbewegung. Viele Schwimmer atmen zu oft oder unregelmäßig, was das Gleichgewicht im Wasser stört.
Versuche, alle drei Armzüge zu atmen – das sorgt für einen symmetrischen Rhythmus und dafür, dass du zu beiden Seiten atmest. Anfangs mag das ungewohnt sein, aber es hilft dir, die Körperhaltung zu stabilisieren und einseitige Belastungen zu vermeiden.
Wenn du den Kopf zum Atmen drehst, sollte die Bewegung klein und ruhig sein – nur so weit, dass der Mund knapp über die Wasseroberfläche kommt. Schaue zur Seite, nicht nach vorn, und halte den gegenüberliegenden Arm gestreckt nach vorn, während du einatmest.
Wenn du außer Atem kommst, kannst du anfangs häufiger atmen, aber arbeite dich schrittweise zu einem gleichmäßigeren Rhythmus vor.
Brustschwimmen: Ruhige Bewegung und vollständiges Ausatmen
Beim Brustschwimmen ist die Atmung eng mit der Bewegung von Kopf und Armen verbunden. Wichtig ist, unter Wasser vollständig auszuatmen, damit du beim Anheben des Kopfes tief einatmen kannst.
Viele heben den Kopf zu stark, was Nackenverspannungen und zusätzlichen Widerstand verursacht. Lass den Kopf stattdessen der natürlichen Bewegung des Körpers folgen – blicke leicht nach vorn, nicht nach oben, und atme ein, während die Arme vor der Brust zusammengeführt werden.
Ein guter Rhythmus lautet: gleiten – ausatmen – anheben und einatmen – gleiten. Wenn du diesen Ablauf verinnerlichst, wird dein Schwimmen fließender und weniger anstrengend.
Rückenkraul: Die einfachste, aber nicht ganz mühelose Atmung
Beim Rückenkraulen ist das Atmen technisch am einfachsten, da das Gesicht über Wasser bleibt. Dennoch kann Wasser in Nase oder Mund spritzen, oder der Atemrhythmus wird unregelmäßig.
Hier gilt: ruhig und gleichmäßig atmen, am besten im Takt der Armzüge. Vermeide zu tiefe Einatmungen – sie können dazu führen, dass dein Körper zu hoch auf dem Wasser liegt und die Balance verliert.
Ein guter Ausgangspunkt ist, bei jedem zweiten Armzug einzuatmen und im gleichen Tempo auszuatmen. So bleibst du im Rhythmus und vermeidest Verspannungen im Oberkörper.
Atemübungen für mehr Kontrolle
Du kannst deine Atmung sowohl im Wasser als auch an Land trainieren. Hier einige einfache Übungen:
- Blasenübung: Tauche den Kopf unter Wasser und puste 5–10 Sekunden lang Blasen. Wiederhole das mehrmals, um dich an das Ausatmen unter Wasser zu gewöhnen.
- Rhythmusübung im Kraulen: Schwimme kurze Strecken und konzentriere dich darauf, alle drei Armzüge zu atmen.
- Atemkontrolle an Land: Übe langsames, tiefes Einatmen durch die Nase und Ausatmen durch den Mund – das stärkt dein Bewusstsein für den Atemfluss.
- Schnorcheltraining: Mit einem Frontschnorchel kannst du dich auf Technik und Ausatmung konzentrieren, ohne an die Kopfbewegung denken zu müssen.
Ruhe im Wasser finden
Wenn du die Atmung beherrschst, wirst du merken, dass sich das Schwimmen leichter und harmonischer anfühlt. Du bekommst mehr Kontrolle über dein Tempo, und dein Körper arbeitet effizienter.
Es geht nicht darum, so wenig wie möglich zu atmen, sondern rhythmisch und entspannt zu atmen. Mit der Zeit wird das zur Selbstverständlichkeit – und du wirst länger, schneller und mit mehr Gelassenheit durchs Wasser gleiten.











